
Die Geschichte der künstlichen Fingernägel nimmt
weit
früher Ihren Anfang als man vielleicht annimmt.
Bereits Cleopatra modelliert Nägel aus Porzellanpulver,
die sie mit einer klebeartigen Flüssigkeit befestigt.
Danach finden sich künstliche Fingernägel
zur Zeit der Ming-Dynastie (1268-1644) in China wieder.
Der konkrete Versuch Kosmetik für schöne und gepflegte
Nägel zu entwickeln beginnt eher kurios.
Mitte der 20er Jahre bringt die Erforschung von Autolack
gleichzeitig die Entwicklung von lang haftendem
Nagellack mit sich. Filmstars wie Marlene Dietrich
machen daraufhin knallrote und pinkfarbene Nägel zu
einem Trend. Dabei wird bei der so genannten „Moon
Manicure“ oder dem "Gatsby-Look" nur die Mitte des
Nagels rot oder pink bemalt, während das Nagelmöndchen
und der Nagelrand ungefärbt bleiben.
Der erste künstliche Fingernagel „Nu Nails“ genannt,
kommt 1934 auf den Markt und wird von einem Zahnarzt aus
Chicago entwickelt. Damit schenkt er Menschen, die an
ihren Nägeln kauen, die Möglichkeit zu perfekt
aussehenden Händen.
Mitte der fünfziger Jahre produziert die Traumfabrik
Perfektion bis in die "Fingerspitzen". Auf den
Materialien von Zahnprothesen basierend, entstehen
künstliche Fingernägel aus Acryl. Eine rasch trocknende
zwei Komponenten-Masse wird über eine Schablone
gespachtelt und geformt, mühsam mit einer
Schleifmaschine geschliffen und poliert. Um eine Haftung
zu erzielen, muss der Naturnagel aufgeraut werden.
Spätestens nach zwei Wochen wird aufgefüllt. Die bereits
leicht gelblich verfärbte und teilweise an den Rändern
gelöste Masse knipst man mit einer Zange ab, feilt den
Naturnagel erneut an, und füllt Masse nach. Eine
Grünfärbung der eigenen Nägel (Nagelpilz) ist keine
Seltenheit, da Bakterien, Pilzsporen und Feuchtigkeit
nie sachgemäß entfernt werden.
Die moderne Art der Modellage von künstlichen Fingernägeln beginnt Ende der 60er, Anfang der 70er
Jahre in den USA und schwappt erst gegen Ende der 70er
über nach Europa.
Für die moderne Frau ist es selbstverständlich, dass zu
einem gepflegten Äußeren, perfekt manikürte, oder
modellierte Nägel dazu gehören. Voraussetzung ist
natürlich: eine gründliche Ausbildung der Modellistin,
perfekte Arbeit und hervorragende Materialien. Auch nach
Wochen sollte kein Verfärben durch Sonne, Solarien,
Chemikalien etc. sichtbar sein, die Haftfähigkeit ohne
aufrauen höchste Ansprüche erfüllen, der Naturnagel muss
völlig unbeschädigt bleiben. Die Produkte müssen einer
Qualitätskontrolle unterliegen.
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